Lieber Vitamine statt Medikamente

mein Leserbrief wurde nicht gedruckt…

ich schreibe immer mal wieder Leserbriefe an die Augsburger Allgemeine. Immer wenn es um Gesundheitsthemen geht, die schlecht recherchiert, sehr einseitig oder unwissenschaftlich sind. Leider ist es für die Zeitung manchmal scheinbar wichtiger, was bestimmte Industriezweige vorgeben, aber nicht wichtig die Menschen ehrlich und offen zu informieren.

Es sollte doch dann wenigstens so sein, dass man bestimmte Themen von mehreren Seiten betrachtet, so dass sich der Leser sich seine eigene Meinung bilden kann. Das geschieht leider viel zu wenig. Daher möchte ich ab und zu meine Meinung kund tun. Meine Leserbriefe werden in der Regel abgedruckt, außer komischerweise 2x nicht: da ging es um Vitamine!

Beim ersten mal hat ein Apothekerverband behauptet, dass wir in Deutschland keinen Vitamin D-Mangel hätten, was leider nicht stimmt. Beim zweiten mal wird behauptet, wenn man genug Gemüse ißt, es keine Nahrungsergänzung braucht, weil man dann keinen Mangel haben kann. Stimmt leider auch nicht.

Ich messe es im Blut vieler Patienten: es sind zum Teil gravierende Mängel vorhanden. In der Naturwissenschaft ist dies auch bekannt, nicht aber wohl in der „Pharmawissenschaft“.

Mir ist aber nicht bekannt, dass die Menschen einen Mangel an Impferregern hätten, oder einen Mangel an Ibuprofen oder Paracetamol.

Impfungen, kein Problem

Viele Menschen haben kein Problem damit, sich regelmässig impfen zu lassen. Zum Schutz gegen Infektionen. Aber hadern damit mal Vitamine zu nehmen. „Weil das nix bringt“ (sagt die Zeitung), „weil das sogar gefährlich werden kann“ (sagen die Pharmakonzerne).

Im Impfstoff werden tote Erreger direkt in die Blutbahn gebracht (in der Natur gelangen diese aber normalerweise über die Schleimhäute – wenn überhaupt in die Blutbahn: dadurch werden ganz andere Immunzellen aktiv, als wenn sie direkt in das Blut gelangen). Leider werden auch Trägersubstanzen und Konservierungsstoffe (Schwermetalle) mit in den Körper gebracht.

Vitamine sind aber essentiell (lebensnotwendig).

Medikamente, völlig normal

Sobald man Husten hat oder Schnupfen: Medikamente! Sobald man etwas Fieber hat: Medikamente. Sobald mal das Gelenk schmerzt: Medikamente. Die Konsequenz: das Immunsystem wird unterdrückt, die Erreger können sich weiter im Körper tummeln. Klar geht es einem erst mal besser, aber auf Dauer kann man Probleme bekommen. Der Weg zur Chronifizierung und Infektanfälligkeit ist gebahnt.

In der Werbung wird einem ja vorgesagt, was man nehmen soll. Die müssen es ja wissen. Von Vitaminen können die Konzerne ja nicht reich werden, also soll das Volk zu diesen „Wundermitteln“ greifen.

Natürlich kann es mal notwendig sein, zu Medikamenten zu greifen – die haben schon ihre Berechtigung. Aber es wird definitiv damit übertrieben. Diese sollen doch unser Leben retten und nicht unsere Erkältung lösen.

Vitamine helfen ja nicht

Häufig werden billige Vitamine gekauft (ohne Nutzen oder die sogar schaden können), oder mit einer Minidosierung, die kaum wirken können („ist ja gefährlich“). Natürlich kann das nicht helfen.

Es nützt aber auch nichts auf Verdacht sich hochdosiert einfach was einzuschmeissen. Denn es kann ja sein, dass es das falsche Vitamin ist. Zuviel an der falschen Stelle nützt nichts, genauso wie zu wenig an der richtigen Stelle.

Manche Menschen haben schon ein Gefühl für sich, was helfen könnte. Ich für mich weiß, was ich brauche, für meine Familie nütze ich den Neuromuskulären Test. Bei chronischen Infekten versuche ich über ein Blutbild die Ursachen oder Mängel zu finden. Daraus ergibt sich dann auch die richtige Dosierung.

Vitamine als Wunderwaffe?

Natürlich ist es schon so, dass zur richtigen Zeit, die richtige Dosierung und das richtige Vitamin Krankheiten verhindern können. Aber es ist auch mal völlig normal krank zu sein. Das gehört dazu. Manchmal dauert es dann aber nicht zu lange oder läuft nicht so heftig ab.

Krank sein, ist aber auch normal: 1-2x Jahr. Wie heist es so schön? 1 Woche kommt es, 1 Woche dauert es, 1 Woche geht es. Also völlig normal.

Und dazu braucht es auch keine Extravitamine: viel Schlaf und Ruhe. In der Hauptphase NICHT ARBEITEN! Tee und Honig (Manukahonig), Zwiebeln (natürliches Antibiotika) usw.

Gesunde Menschen, die sich gesund ernähren, sich bewegen, viel draussen sind, KEINEN NEGATIVEN STRESS haben, viel Schlaf und auf sich hören und reinfühlen können, wann man Ruhe braucht und wann man Gas geben kann, brauchen nicht ständig Extravitamine…

… aber: in unseren Obst- und Gemüsesorten sind zum Teil nur noch 10% der Vitamine und Mineralstoffe wie vor 60 Jahren – dank Pestizide und ausgelaugten Feldern. Dann reicht auch gesundes Essen oft nicht mehr.

… in meiner Praxis stelle ich sehr häufig im Blut Vitaminmangel fest (obwohl immer wieder behauptet wird: „in Deutschland gibt es keine Mängel“).

… unsere Gesellschaftsform verlangt von uns Menschen immer mehr, immer weiter, immer größer. Das ist für unseren Körper zum Teil nicht mehr zu bewältigen. Es fehlen die richtigen Ruhezeiten, das Nervensystem ist auf „Dauerfeuer“ und unterdrückt das Immunsystem. Die Konsequenz: Der Bedarf an Vitaminen steigert sich zum Teil auf das 10-fache wie in einem „normalen“ Leben.

… die Umweltsituation hat sich auch nicht gerade verbessert, im Gegenteil. Unser Körper muss sich mit immer mehr Schadstoffen, Schwermetallen, Mikroplastik, Gitftstoffen auseinander setzen. Der Extrabedarf an Entgiftungssubstanzen steigt leider.

Ich selbst nehme in bestimmten Lebensphasen oder auch Jahreszeiten Nahrungsergänzungen. Aber nicht das ganze Jahr über. Einmal im Jahr mache ich eine intensive Kur, richte mich aber an meinem Blutbild und nach meinem Gefühl. Wenn ich mal krank werde, werde ich halt krank – ich weiß ich werde ja auch wieder gesund und hinterher geht es mir meist besser wie vorher. Vitamine brauche ich dabei auch nicht ständig.

Vitamine unterdrücken aber nicht wie Medikamente das Immunsystem, sondern unterstützen es. Es hilft gesund zu bleiben oder „gesund“ krank zu werden. Es unterstützt die Heilung. Und das ohne Nebenwirkungen. Sie helfen, bei zu großem Streß, nicht in ein Loch zu fallen oder wieder schneller da heraus zu kommen.

Immer Vitamine?

Vitamine gehören zu den Nahrungsergänzungen, d.h. sie ergänzen die Nahrung. Gesunde Nahrung. Es ist ein Trugschluss zu glauben, den größten Mist essen zu können und dann über Vitamine zu versuchen gesund zu werden. Das funktioniert nicht wirklich. Vitamine entfalten sich am besten über gesundes Essen, da treffen sie nämlich „Kumpels“ 😉

Es ist auch nicht gut immer nur Vitamine zu nehmen. Der Körper muss auch mal Streßsituationen durchleben können. Das trainiert unser Immunsystem und schützt vor Krebs. Unser Körper ist in der Lage mit vielen Stressoren fertig zu werden, lassen wir es einfach mal zu und vertrauen auf unseren Körper. Viele Störungen können von unserem Nerven-Hormon-Immunsystem von selbst geregelt werden.

Das heißt aber auch: Medikamente braucht es aber dann auch nicht immer.

Versuchen wir doch lieber mal wieder uns „menschlich“ zu verhalten: Die Balance zwischen Anspannung und Entspannung, Schlaf und Aktion, Friedlich und „gesund Aggressiv“ :-), Bewegung und faul sein, gut essen, aber auch mal ungesund essen, schwitzen und frieren, die Natur geniessen und respektieren, mal viel essen aber auch mal fasten – den Hunger spüren, trinken, aber auch mal Durst spüren, mal Schmerzen haben dürfen, fit sein, aber auch mal träge sein dürfen.

Das wäre das beste Training für unser Immunsystem. Und wenn es unsere Umwelt nicht zulässt, dann können mal Vitamine sehr – wirklich sehr viel helfen.

Fazit:

Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich dass ich sehr müde bin und mich etwas krank fühle… ich leg mich jetzt hin und schlafe. Vielleicht kann ich morgen nicht arbeiten, aber das ist ok für mich. Für meine Patienten halt nicht… 😉

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