chronische Sehnenentzündungen

Achillessehnenentzündungen, Bizepssehnen- oder andere Schultersehnenentzündungen, Patellasehnenentzündungen oder andere chronischen Bindegewebereizungen. Sehr schmerzhaft, nervt bei jeder Bewegung…

Ursachen

Mangel an Cortison? Mangel an Schmerzmitteln? Nein – aber warum werden diese Medikamente verabreicht, warum werden diese Mittel in den Apotheken gekauft?

Weil die Werbung diese Salben und „Wundermittel“ anpreist? Weil es ja so schön einfach wäre, Mittel drauf oder einnehmen und man kann weiter den Körper belasten. Oder Einlagen, warum wurden wir nicht gleich mit Einlagen geboren, wenn es notwendig wäre?

Leider führt genau diese Vorgehensweise zur Chronifizierung. Danke Pharmamedizin, danke Schulmedizin – wir Osteopathen können uns dann über Arbeit nicht beklagen.

Kann es aber sein, dass eine Fehlhaltung zur Überlastung führt? Dass die Sehne überbeansprucht wird oder nicht in einem geraden Winkel das Gelenk führt? Kann es sein, dass der Bewegungsablauf nicht ökonomisch ist, dass das Muskel-Fasziensystem nicht mehr natürlich beansprucht oder trainiert ist?

Kann es sein, dass das Bindegewebe nicht mehr mit ausreichend Nährstoffen versorgt ist, dass das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, verletztes oder belastetes Bindegewebe zu heilen? Kann es sein, dass man sich keine Zeit mehr für Regeneration gibt, dass alles immer sofort und ständig optimal funktionieren muss?

Kann es vielleicht auch sein, dass der psychische Streß so hoch ist, dass das Gehirn überhaupt nicht daran denkt die Sehnenreizungen auszuheilen?

Therapie aus ganzheitlicher Sicht

Die Fehlhaltungen sollten korrigiert werden, am besten mit osteopathischen Behandlungen.

Das Nervensystem sollte wieder für eine ausreichende Steuerung des Immunsystems sorgen. Das Nervensystem sollte Informationen der Gelenke und des Bindegewebes aufnehmen, verarbeiten und für die optimale Ansteuerung sorgen. Dies kann man mit der neurologischen Osteopathie versuchen.

Natürlich wäre eine gute Versorgung mit Nährstoffen wichtig. Wenn das Gewebe „Müll“ bekommt, wie soll es dann für „sauberes“ Gewebe sorgen? Müll erzeugt Dreck!!!

Es wäre dann natürlich noch wünschenswert, wenn man sich Ruhe zur Heilung und Regeneration gönnt. Den seelischen Müll entsorgt und …

… das Gewebe langsam trainiert. Das Fasziensystem und das Muskelsystem sollte Haltungsökonomisch trainiert werden. Die Belastungen langsam steigern. Mit einer sauberen Technik.

Nebenwirkungen der Therapie

Manchmal kann es sein, dass die Therapie zu schmerzen führt, dass der Entzündungsreiz sich verstärkt. Ist das ein schlechtes Zeichen? Natürlich kann es vorkommen, dass die Therapie zu intensiv war, meistens gibt es aber andere Gründe und ich interpretiere dies meistens eher positiv – ich vertraue der Natur und vertraue auf die Selbstheilungskräfte meiner Patienten:

  • die Therapie führt wieder zu einer akuten Situation, raus aus der Chronischen. Das bedeutet eine starke Entzündung. Die Entzündung ist aber eine Heilungsreaktion. Denn das hat der Körper bei einer Verletzung im Laufe der Evolution so eingerichtet. Jetzt kann das Immunsystem das Gewebe reparieren. Sollte die Entzündung aber zu hoch sein, wäre es eine schlechte Wahl, diese Entzündung zu hemmen (mit Medikamenten), besser wäre es doch zu Unterstützen und auf natürlichem Weg die Schmerzen zu lindern
  • bei vielen Patienten ist im Bindegewebe zu viel Omega 6 – Fettsäuren angelagert. Bei Verletzung entstehen zu starke Entzündungen, bei Omega 3 im Gewebe würde das nicht so ausgeprägt passieren. Eine Heilung benötigt Vitamine, Eiweiße etc. – Leider sind die meisten damit unterversorgt. Dann kann leider der beste Osteopath das Gewebe nicht auf Vordermann bringen. Oder die Therapie dauert sehr viel länger, wie bei gut versorgten Gewebe.
  • Häufig sind die Beschwerden bald besser, dennoch sollte die Belastung nicht zu schnell gesteigert werden. Besser wäre es an der Technik zu arbeiten. Dafür fehlt aber manchmal die Geduld. Es wäre schön, auf den Körper zu hören, zu lernen sich auf das eigene Gefühl zu verlassen.

Fazit

Ich versuche immer den optimalen Therapiereiz zu setzen, manchmal sind ganz sanfte Techniken angebracht, manchmal muss man sich tiefer und intensiver in das Gewebe rein arbeiten. Das kann schon auch mal schmerzhaft sein. Je nachdem was notwendig ist. Einer meiner früheren Lehrer hat mal gesagt: „So sanft wie möglich, so hart wie nötig.“

Aber ohne Mithilfe der Patienten ist eine optimale Genesung sehr schwierig: Ruhe, Nahrung, technisch sauber geführte Bewegung und Vertrauen in den eigenen Körper sind notwendig. Dazu versuche ich anzuleiten und zu motivieren.

Welche Nahrung braucht denn das Bindegewebe?

  • Wasser
  • viel Eiweiß – tierisches Eiweiß wird schneller eingebaut und hat schon alles, muss kaum umgewandelt werden
  • Omega 3 – Fettsäuren, also vor allem Fisch, Meeresfrüchte, Bioeier, Biorinder, Wild
  • Vitamin C – Kohlgemüse, Kräuter
  • Magnesium – Nüsse
  • Entzündungshemmer – Curcuma, Vitamin E-haltige Nahrungsmittel (Beeren, Kohl und Nüsse)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.