Kieferfehlstellungen, Fehlbiss, Kieferorthopädische Begleitung

Sehr häufig kommen Eltern mit ihren Kindern, aber auch Erwachsene wegen den unterschiedlichsten Beschwerden in die Praxis, in der ich feststelle, dass die Ursache am Kiefergelenk oder an den Zähnen liegt.

häufige Beschwerden, verursacht durch Fehlbiss

  • Kopfschmerzen
  • Nackenverspannungen
  • Schwindel
  • Wirbelsäulenverkrümmung
  • Beckenfehlstellung
  • Schmerzen in den Beinen, Rücken, Schultern
  • Sehstörungen
  • Lern- und Konzentrationsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Tinnitus
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • Nasenpolypen
  • schnarchen

Beschwerden bei Zahn(fleisch)entzündungen

Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnausfall – das kennt man ja…

Aber: Herzerkrankungen, Gelenkentzündungen, Nierenentzündungen, chronische Müdigkeit,…

…ja eigentlich überall können Beschwerden auftreten.

UND liebe Eltern: Karies ist keine Lapalie. Fragen Sie Ihren Zahnarzt/ in

Das Kiefergelenk und sein Anhängsel

Das „Anhängsel“ des Kiefergelenkes ist der ganze Mensch dahinter und darunter! 😉

Es gibt sehr viele muskuläre Verbindungen vom Kiefergelenk zu den Nackenmuskeln, Halsmuskeln und zum Brustkorb. Es gibt fasziale Verbindungen bis runter zum Zwerchfell und Magen. Nicht selten kann dies zu Schmerzen im Nacken und Schultern führen. Sogar Magenbeschwerden etc. können auftreten.

Durch diese fasziale Vernetzung der Strukturen hatte ich schon sehr häufig bei Kieferfehlstellungen Skoliosen beobachtet, das sind Wirbelsäulenverkrümmungen. Daraus konnten sich manchmal Schmerzen im unteren Rücken oder in den Beinen entwickeln.

Dann haben wir auch Nervenverbindungen am Kopf selber, die gereizt werden, wenn das Kiefergelenk nicht optimal sitzt. Diese Nerven können dann zu Kopfschmerzen, aber auch zu Seh- und Sprachstörungen führen. Sogar Schwindel und Tinnitus kann auftreten.

Die Enge des Oberkiefers führt manchmal zu Nasenpolypen, Nebenhöhlenentzündungen und auch zu Schnarchen.

Ursachen von Kieferfehlstellungen

  • Bei Kindern meistens schon während der Geburt
  • nach Unfällen, Traumen
  • nach schlechter Zahnbehandlung (aus eigener Erfahrung in der Familie hat sich eine Fehlstellung nach einer schlampigen Zahnfüllung entwickelt. Daraus hatte diese Person 3 Jahre SCHMERZEN in der Schläfe, in der Schulter und im Kopf entwickelt) Osteopathische Behandlungen konnten nur lindern, immer wieder ging der Leidgeplagte zum Zahnarzt, aber dieser hat ihn nicht für voll genommen. Erst ein anderer Arzt hat festgestellt, dass die Füllung zu hoch war. Ein kleiner Schliff und die Schmerzen waren WEG!!!
  • durch Blockaden an anderen Strukturen des Körpers
  • Schädelskoliose (Verkrümmung des Schädels)
  • Sehr häufig: die Ernährungsweise in der heutigen Zeit ist nicht sehr „Kieferfreundlich“: 

Ein Kiefer kann sich nicht entwickeln, wenn die Nahrung nur aus Nudeln, Spätzle und weiches Brot besteht. Das Kauen ist bei diesen Nahrungsmitteln nicht mehr so wichtig. Es reicht etwas im Mund zu zerdrücken.

Der Kiefer braucht aber für die knöcherne Entwicklung ARBEIT. Nur wenn man noch richtig kauen muss, die Muskeln beansprucht, wird der Kauapparat richtig benützt. Dann können sich die Kieferknochen richtig entwickeln. Der Kiefer wird weit, die Zahnstellung wird harmonisch.

Feste Nahrung sollte auf den Speiseplan stehen: Nüsse, vom Apfel beißen, Wurzelgemüse (das knackt), mal zähes Fleisch. So wie es tausende von Jahren gemacht wurde.

Es gibt noch Gegenden in ländlichen Gebieten oder bei Urvölkern, da gibt es keine Kreuzbisse, Kieferengstellungen, Nasennebenhöhlenverengungen, Polypen in der Nase, usw.

Diese Menschen essen noch traditionell, nicht industriell – keine Nudeln oder sonstiges Essen, das man nicht mehr kauen muss.

Wie heißt es so schön: „…kraftvoll zubeißen können.“ 😉

Eine Bitte an Eltern, wenn Kinder eine Spange bekommen sollen

Bitte beachten Sie: Sollte Ihr Kind eine Spange bekommen, gehen Sie vorher zu einem Osteopathen. Denn sehr häufig ist nicht nur das Kiefer betroffen, sondern mehrere Bereiche des Körpers.

Sollte Ihr Kind z.B. eine Skoliose haben, die nicht behandelt wird, dann wird die Skoliose meistens durch eine Spange noch verstärkt. Denn die feste Spange verhindert eine Kompensation. In der Wachstumsphase wird das Kind noch schiefer.

Dadurch können o.g. Symptome auftreten. Ihr Kieferorthopäde interessiert sich meistens nur für das Kiefer (wie der Name schon sagt). Manche Orthopäden wurden noch nicht ausreichend darüber informiert, dass Maßnahmen am Kiefergelenk auch Auswirkungen auf den ganzen Menschen haben könnten.

Unterstützt man aber den Körper mit der Osteopathie, können Tragezeit und Beschwerden verringert werden.

Sie müssen sich vorstellen, dass „verkantete“ Kieferknochen immer wieder in die ursprüngliche Ausgangsposition gehen, wenn keine Mobilisation der Knochen stattfindet.

Manchmal hatte ich das Glück, Kinder VOR einer Spange zu untersuchen und zu behandeln. Dann konnten wir die Skoliose begradigen und die Spange hat sogar den Prozess unterstützt. Das Kind konnte gerade wachsen.

Ein Beispiel einer vorbildlichen Kieferorthopädin

Vor einiger Zeit kam ein 12-jähriges Mädchen in die Praxis wegen Knieschmerzen rechts. (Sie hatte auch eine Spange). Ich hatte mehrmals das Knie behandelt, Besserung nur für einen Tag. Ich hatte das Becken, die Wirbelsäule den Nacken behandelt. Besserung nur für wenige Tage.

Das war unbefriedigend. Die Spange fixierte die Verkrümmung, das Knie war ständig einseitig belastet, ich konnte nur kurzfristig lindern.

Als ein Spangenwechsel angestanden ist, hatten wir die Kieferorthopädin gebeten, mit dem Abdruck zu warten. Sie gab uns 2 Wochen Zeit. 2 Wochen keine Spange…

… in dieser Zeit konnte ich das Mädchen von oben bis unten behandeln und gerade stellen. Die Orthopädin machte VOR unserer Behandlung einen Abdruck (für die Wissenschaft).

Der Abdruck NACH den Behandlungen zeigte deutliche Unterschiede zum Abdruck vor der osteopathischen Therapie. Sie müssen wissen, dass über Hebelverhältnisse wenige Millimeter am Biss, mehrere Zentimeter am Becken ausmachen können.

Nach diesem NEUEN Abdruck, nach Korrektur der Wirbelsäule wurde die Spange angefertigt. Und siehe da: die Spange fixierte die gerade Wirbelsäule. Das Kind konnte „gerade“ wachsen.

Ich hatte danach das Kind untersucht: Das Becken war gerade! Das Kind hatte KEINE Schmerzen mehr, ich musste nicht mal mehr therapieren.

Nach einem Jahr, war der Zustand immer noch so…

…. ich hatte nichts anderes mehr gehört, das ist jetzt schon ca. 4 Jahre her.

Das war TEAMWORK zum Wohle des Patienten, ich würde es mir öfters wünschen.

Eine Bitte an alle Kieferorthopäden

Sie müssen ja nicht das totale Interesse an den Menschen hinter dem Kiefer haben. Oder irgendwelche Kurse besuchen, die Sie nicht interessieren, das ist ja auch nicht unbedingt Ihr Job. Das ist doch völlig in Ordnung. Ich habe auch keine Lust Kieferorthopädie zu lernen.

Aber bitte: schaut nur mal auf das Becken, ob es gerade ist. Auf die Kopfgelenke. Und wenn Sie dabei unsicher sind, warum nicht mal zum Osteopathen schicken. Es kommt doch nicht auf ein paar Wochen an. Bitte wartet mit dem Abdruck, bis alles korrigiert ist, wenn es was zu korrigieren gibt.

Und DANACH die Spange, das wäre super, VIELEN DANK.

Ich weiß, dass Ihr auch Interesse habt, dass es den Kindern gut geht. Ihr könnt soviel bewirken, die Spange nicht nur zur Kieferkorrektur einzusetzen, sondern auch zur Skoliosetherapie uvm.

neues Geschäftstfeld 😉  ??!!

Auch Erwachsene

brauchen manchmal einen guten Zahnarzt, der uns Osteopathen unterstützt. Denn wenn die Zähne einen schlechten Biss verursachen, kann die Osteopathie auch nicht helfen.

Es passiert immer wieder, dass die Behandlungen nur kurzfristig Erfolg zeigen. Ich stelle durch Tests fest, dass „irgendetwas“ an den Zähnen nicht in Ordnung ist.

Vor einigen Jahren gab es noch wenige Zahnärzte, die sich dafür interessierten, dass schlechte Zähne Auswirkungen auf den ganzen Körper haben könnten. Jetzt werden es erfreulicherweise immer mehr.

Lassen Sie sich nicht blenden, wenn ein Zahnarzt sich „ganzheitlich“ nennt. Dies hat manchmal nur Marketinggründe. Weil es „modern“ ist, und die Leute gerne hören. Ich habe von einem solchen Zahnarzt gehört. Aber das was der macht, ist alles andere wie ganzheitlich denken und handeln.

Ganzheitliche Zahnärzte sind in Verbänden registriert. Werden reguliert. Der o.g. ist das nicht… 🙁

Dagegen hörte ich von „normalen“ Zahnärzten, die ohne viel Tamtam einen super Job machen.

Ein guter Zahnarzt oder Ärztin ist einfach gut (auch ohne ganzheitlich), hat ein offenes Ohr, ist interessiert und kann das Problem lösen. Sie müssen verantwortungsvoll feinstes Geschick beweisen, denn wenige Millimeter können vieles positiv wie auch negativ verändern.

Ich schätze diese Zusammenarbeit, denn wir konnten schon so manchen Patienten gemeinsam helfen.

2 Kommentare zu „Kieferfehlstellungen, Fehlbiss, Kieferorthopädische Begleitung“

  1. Sinnvolle Tipps! Ausführlich ist die Frage nach den Kieferfehlstellungen beleuchtet, danke! Vielleicht hat mein Freund damit ernsthafte Probleme wegen Schnarchen. Vielleicht könnte ihm eine herausnehmbare Zahnspange helfen. Danke für die Anregungen zum Nachdenken!

    1. Hallo und danke für Ihren Kommentar.
      Es freut mich, dass ich Ihnen Anregungen geben konnte. Beim Schnarchen ist nicht selten der Unterkiefer in einer Rücklage. Dies häufig
      unterstützt durch zu hoher Spannung der Zungenbeinmuskulatur. Diese kann sich z.B. bei „Büro“-Menschen, nach Schleudertraumen, etc. verkürzen. Wie ich sehe, sind Sie Kieferorthopädin. Ich denke, Sie werden auf die richtige Lösung kommen… alles Gute dabei. Wenn Sie weitere Fragen haben, bitte gerne. Lassen Sie es mich wissen, ob es bei Ihrem Freund geholfen hat, dann kann ich die Information an
      andere Patienten weitergeben.
      Viele Grüße

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